Professor Laufens*18.09.1939     † 06. 11. 2017

Am 6. November 2017 verstarb Professor Dr. rer. nat Günter Laufens.

Er war der Internationalen Vojta Gesellschaft e.V. seit 1991 eng verbunden. Geboren im Jahr 1939, studierte er in Köln Biologie, Chemie und Pädagogik. Forschungen zum Verhalten nachtaktiver Säugetiere führten zur Promotion. Es folgte ein Referendariat in Koblenz. Anschließend war er als Oberstudienrat am Gymnasium der Zisterzienserabtei Marienstatt tätig. Im Jahr 1975 folgte er einem Ruf der Gesamthochschule Siegen, an der er bis zum Jahr 2004 fast 30 Jahre lang als ordentlicher Professor für Biologie und ihre Didaktik wirkte. Er war Mitglied der Studienreformkommission NRW.

Aus eigener Betroffenheit befasste er sich in umfangreicher wissenschaftlicher Tätigkeit mit neurophysiologischen Grundlagen, die zum besseren Verständnis der Symptomatik, des Verlaufs und der therapeutischen Beeinflussung der Multiplen Sklerose (MS) führten. In Zusammenarbeit mit der Sauerlandklinik in Hachen konnte er in evidenzbasierten Studien die Wirksamkeit der Vojta-Therapie bei MS-Patienten belegen. Er wies uns den Weg zur wissenschaftlichen Evaluation physiotherapeutischen Handelns und forderte in den Theorieteilen der Vojta-Kurse nachdrücklich dazu auf, empirisch gewonnene Erkenntnisse auf diese Weise in gesichertes Wissen zu überführen. Die IVG trauert mit den Angehörigen und gedenkt seiner in Dankbarkeit.

Dr. med. Friedemann Schulze (Erfurt)

 

 

Dr. med. Masao TomiDr. Masao Tomi ist während seines ganzen Lebens eng mit der medizinischen Praxis und Wissenschaft Deutschlands verbunden gewesen. Als Orthopäde trat er bereits in den 60er Jahren in Kontakt mit der renommierten orthopädischen Klinik in Münster, wo er bei Herrn Prof. Matthiass und Frau Dr. Feldkamp Kenntnisse in operativen Techniken zur Behandlung der Infantilen Zerebralparese (ICP) erwarb. Während des mehrjährigen Deutschlandaufenthaltes lernte er seine spätere Ehefrau, die an der Klinik als Physiotherapeutin tätig war, kennen und kehrte mit ihr im Jahr 1975 nach Japan zurück.

Seine breit gefächerten fachlichen Interessen hatten schon in dieser Zeit zu Kontakten mit Vaclav Vojta geführt, dessen Auffassung vom Wesen der ICP ihm sofort einleuchtete. Er veranlasste deshalb bereits im Jahr der Rückkehr in seine Heimat die Durchführung eines ersten Vojta-Kurses in Kyoto. Dieser wurde von Prof. Vojta, der in Begleitung seiner engsten Mitarbeiterinnen nach Japan gekommen war, geleitet. Damit wurde die bis heute währende Vojta-Tradition in Japan begründet.

Späterhin, seit 1988, etablierte Dr. Masao Tomi darüber hinaus in Japan die Manuelle Therapie nach dem „Nordischen System“ (Kaltenborn-Evjenth-Konzept), in dem er während seiner Münsterer Zeit hohe Kompetenz erworben hatte.

Wie sich auch in den Gesprächen anlässlich zahlreicher Deutschland-Besuche immer wieder eindrucksvoll zeigte, verfolgte er bis zum Lebensende aufmerksam alle Entwicklungen seines bevorzugten Fachgebietes, die sich in Europa vollzogen. Hierbei wurde ihm die Internationale Vojta Gesellschaft (IVG), der er seit 1985 – zeitweilig im Vorstand, zuletzt als Ehrenmitglied – angehörte, ein Stück Heimat. Es war ihm ein Anliegen, mit ihr und ihren Mitgliedern engen persönlichen Kontakt zu pflegen. Ihm ist die Existenz der Japanischen Vojta Gesellschaft zu danken, die im Jahr 2001 gegründet und späterhin von Frau Dr. Yamori geleitet wurde.

Unter zahlreichen Publikationen, in denen stets wichtige Vojta-Bezüge bestehen, ist eine frühe Studie von besonderer Bedeutung. Masao Tomi publizierte darin die Ergebnisse der neurologischen Untersuchung (nach Vojta) sämtlicher 5.485 Neugeborener, die im Jahr 1979 in Suita, einem eigenständigen Stadtteil von Osaka mit 350 000 Einwohnern, geboren worden waren. Damit trug er wesentlich zu Erkenntnissen über die Inzidenz der ICP bei.

Am 13. Juli 2017 ist Dr. Tomi den Folgen einer schweren Krankheit erlegen – bis zuletzt darauf hoffend, am Kölner Kongress zum 100. Geburtstag Prof. Vaclav Vojtas teilnehmen zu können. Die IVG beklagt den Verlust eines engen Freundes, eines bedeutenden Arztes und akribischen Wissenschaftlers, dem sie ehrendes Gedenken bewahren wird. Wir trauern mit seinen Angehörigen, denen wir uns besonders verbunden fühlen.

Dr. med. Friedemann Schulze (Erfurt)

 

 

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Die Fortbildung in der Vojta-Therapie

Sie finden in der Fortbildungsbroschüre Informationen zu Vojta-Einführungsseminaren, Vojta-Therapiekursen, Vojta-Workshops, Vojta-Diagnostikkursen und den Schulungen zu LOSSCI sowie dem Vojta-Refresherkurs. Zahlreiche Workshop-Angebote sind auch für Physiotherapeuten ohne Vojta-Ausbildung.

Bei diesen Veranstaltungen steht neben theoretischen Einheiten vor allem die praktische Anwendung der Vojta-Therapie im Vordergrund. Um dieser Zielsetzung gerecht zu werden, haben wir die Teilnehmerzahl auch diesmal begrenzt – melden Sie sich daher bitte rechtzeitig an!

Zum Fortbildungsangebot:

 

 

Stellungnahme der Internationalen Vojta Gesellschaft e.V. (IVG) zu den Aktivitäten von
Herrn Mgr. Václav Krucký aus Ostrov, Tschechische Republik

Seit 2016 ist der Internationalen Vojta Gesellschaft e.V. (IVG) bekannt, dass Herr Mgr. Václav Krucký aus Ostrov, Tschechische Republik, eine Behandlungsmethode kolportiert, die er als „Vojtova metodika 2. Generace“ (VM2G) bezeichnet. Er beantragte beim Gesundheitsministerium der Tschechischen Republik die Anerkennung dieser Therapiemethode. Der Berufsverband der tschechischen Physiotherpeuten, UNIFY CR, hat daraufhin die IVG zu einer fachlichen Stellungnahme aufgefordert. Diese wurde am 9. März 2016 übermittelt.

Die IVG stellt darin fest:

  • Herr Mgr. Krucký verfügt nicht über eine, nach den Richtlinien der IVG ausgewiesene Qualifikation als Vojta-Therapeut, folglich auch nicht über die Befugnis, in der Vojta-Methode  zu unterrichten
  • Herr Mgr. Krucký propagiert die Ausbildung von Anwendern, die über keine oder unzureichende medizinische und physiotherapeutische fachlichen Vorkenntnisse verfügen, wie sie zur fachgerechten Anwendung der Therapie nach Vojta unabdingbar sind.
  • Durch die irreführende Verwendung des Namens „Vojta“ erweckt Herr Mgr. Krucký den Anschein, als habe das von ihm propagierte Behandlungsprinzip inhaltlich Beziehungen zum Vojta-Prinzip. Die IVG stellt hierzu ausdrücklich fest, dass zwischen beiden Behandlungsformen keinerlei Beziehungen bestehen.
  • Aus dem nach dem Vorgehen von Mgr. Krucký propagierten Verfahren, dem durch die irreführende Bezeichnung:  „Vojtova metodika 2. Generace“ (VM2G) eine Nähe zum Vojta-Prinzip suggeriert wird, resultieren potentielle ernsthafte Gefährdungen der auf diese Weise behandelten Patienten.

Trotz des seitens des Berufsverbandes der tschechischen Physiotherpeuten UNIFY an das Gesundheitsministerium der Tschechischen Republik, auch unter Verweis auf die Stellungnahme der IVG, übermittelten negativen fachlichen Votums erfolgte von dort am 19. April 2017 ein positiver Bescheid an Herrn Mgr. Krucký, welcher ihm die Durchführung von Kursen unter der o.g. Bezeichnung gestattet. UNIFY beantragte daraufhin bei dem zuständigen Minister, Herrn JUDr. Ing. Miloslav Ludvík, MBA, die Eröffnung eines Überprüfungsverfahrens nach §§ 94 der Verwaltungsordnung – Gesetz Nr. 500/2004 und Folgeverordnungen, dessen alsbaldigen Beginn wir erwarten.

Die IVG wurde im Jahr 1984 gegründet, um – unabhängig von Einzelpersonen –  durch den ständigen fachlichen Diskurs auf internationaler Ebene zukunftsweisend ein höchstmögliches fachliches Niveau zu gewährleisten. Sie dient allen ausgebildeten Vojta-Therapeuten als Referenzzentrum, welches auch Orientierung bezüglich der interkulturell adaptierten Mindeststandards gewährleisten kann. Durch die IVG wird folglich auch die Konsistenz der Methode in Theorie und Praxis sichergestellt. Schon aus diesem Grund ist eine „Vojta-Methode Generation 2“ obsolet.

  • Ohne den Anspruch, das therapeutische Vorgehen von Herrn Mrg. Krucký generell zu bewerten, distanziert sich die IVG ausdrücklich von der fachlich falschen, missbräuchlichen Verwendung des Namens Vojta für diese Behandlung.
  • Die IVG unterstützt ausdrücklich die Forderung des tschechischen Berufsverbandes der Physiotherapeuten UNIFY nach Revision der vom tschechischen Gesundheitsministerium an Herrn Mrg. Krucký ergangenen Erlaubnis zur Verwendung der Bezeichnung „Vojtova metodika 2. Generace“ (VM2G) für die von Mrg. Krucký propagierte Behandlungsform.
  • Die IVG verfolgt die diesbezügliche Entwicklung in der Tschechischen Republik mit großer Aufmerksamkeit und ist der Überzeugung, dass seitens des zuständigen Gesundheitsministeriums jetzt die Maßnahmen zeitnah eingeleitet werden, die aus unserer Sicht dringend erforderlich sind, um eine weitere Verunsicherung von Ärzten und Therapeuten - resultierend aus den irreführenden Verlautbarungen von Herrn Mgr. Krucký  zu beenden und dadurch drohende Gefährdungen von Patienten abzuwenden.

 

 

Václav Vojta: Die zerebralen Bewegungsstörungen im Säuglingsalter

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Das Vojta-Prinzip in Diagnostik und Therapie gehört zu den klassischen Methoden des Erkennens und Behandelns von neural bedingten bzw. neural vermittelten Bewegungsstörungen.

In der vorliegenden 9. Auflage, deren Herausgeber die Internationale Vojta Gesellschaft e.V. ist, ist neben der subtilen Beschreibung der Beobachtungen am gesunden und am bewegungsgestörten Säugling auch der Erkenntnisprozess Vojtas dokumentiert. Darüber hinaus erfährt der Leser ein Stück Wissenschaftsgeschichte auf diesem Spezialgebiet der Erforschung frühkindlicher Entwicklung.

Bestellung über die IVG
Preis: 46 EUR + Versand (5 EUR)

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Analyse motorischer Funktionen bei Klein- und Schulkindern nach Vojta
von Peter Schulz

Peter Schulz, Videokompendium

  • 168 Videos von kinderneurologischen Untersuchungen nach Vojta
  • direkter Zugriff auf die Videos im Web via Rubbelcode bzw. QR-Code im Buch
  • die Untersuchungen zur Analyse der motorischen Funktionen bei Klein- und Schulkindern werden präzise demonstriert und erklärend kommentiert
  • Normal oder pathologisch: die Videos zeigen, wie die Haltung des Kindes sein sollte, wie der Reflex ausgelöst wird und wie die Antwort aussieht
  • Ideal für mobile Endgeräte: nutzen Sie die instruktiven Videos jetzt auf Ihrem Tablet oder iPad
  • Plus Begleitbuch mit kompakter Beschreibung der in den Videos gezeigten Reflexe und Reaktionen

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